Faszie (lat.
Fascia) und Faszienarbeit
Die Faszien bestehen
vor allem aus kollagenen Fasern. Sie können sehr feine Strukturen
haben, die wie dünne Häutchen aussehen, aber auch als sehr
sehniges, festes Gewebe auftreten.
Jeder
einzelne Muskel, größere und kleinere Muskelgruppen, alle
Organe, die Leit-ungsbahnen und der Körper als Ganzes sind von
einem durchgängigen Bindege-websnetz, den Faszien, eingehüllt.
Faszien verbinden alle Körperstrukturen miteinander und so werden
Kräfte und Spannungen durch den ganzen Körper weiter gegeben.
Alle Faszien zusammen bilden ein dreidimensionales Netz, das dem ganzen
Körper Zusammenhalt und Form gibt.
Der Muskulatur
gibt der umhüllenden Faszie die nötige Festigkeit und Elastizität.
Sie dient als Schutzhülle für Muskel und Muskelgruppen und
als "Saugapparat" für Lymphe und Blut. An den Enden vereinen
sich Muskel und Faszie i. d. R. zu einer Sehne, mit der der Muskel am
Knochen anheftet. Eine wichtige Aufgabe der Faszie ist, die Gleitfähigkeit
der Muskeln untereinander zu gewährleisten.
Das Fasziennetz
wird auch das "formgebende Organ" genannt. Es bestimmt die
Grundstruktur unseres Körpers. Im Laufe eines Lebens wird unsere
Körperstruktur auf verschiedenen Ebenen geprägt.
Folgende Faktoren haben entscheidende
Auswirkungen:
genetische Anlage
koordinative Fähigkeiten, die
sich in der Kindheit mehr oder weniger
entwickelt haben
adaptierte und eigene Körpersprache
Bewegungskontinuum
psychische Lebensumstände
mechanische Lebensumstände,
in Beruf und Alltag
Krankheiten, Unfälle
Durch die o. g. Faktoren kann es zu Fehlhaltungen
kommen. Das Gleichgewicht der Kräfte innerhalb des Bewegungsapparats
ist gestört. Die Faszien sind erstarrt. Das Gewebe hat sich an
verschiedenen Stellen verklebt und verkürzt.
Die Faszienarbeit richtet sich an
diese Bereiche. Mittels Druck durch Finger, Hände, Unterarm und
Ellenbogen lassen Faszien sich dauerhaft verformen. Die Faszien werden
langsam und kontinuierlich aus der Erstarrung und den Verklebungen gelöst.
Das Gewebe erfährt eine nachhaltige Veränderung und kann sich
neu ordnen und regenerieren.
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